In Weimar hat sich Martin Luther immer besonders wohl gefühlt. Auf seinen Reisen nutzte er die Stadt an der Ilm gerne zum Übernachten. Als sich seine reformatorischen Gedanken immer mehr ausbreiteten und diskutiert wurden, reiste er oft direkt dorthin. Die Reformation setzte sich unter der Herrschaft der Ernestiner in Weimar schnell durch.

Luthers letzter von vielen Aufenthalten in Weimar fand fünf Jahre vor seinem Tod statt, als er an das Sterbebett Philipp Melanchthons gerufen wurde. Aber während Luthers Aufenthalt im Sommer 1540 wurde der schwerkranke Melanchthon wieder gesund.

Luthers Werdegang

Martin Luther wurde 1483 in Eisleben geboren, heute auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts. Nach seiner Schulausbildung perfektionierte er in Eisenach seine Kenntnisse im Lateinischen. Seine akademische Grundausbildung absolvierte er an der Universität in Erfurt. Danach begann er sein Theologiestudium und trat später dem Augustinerorden in Erfurt als Mönch bei. Die hebräische Sprache erlernte er im Selbststudium.

Die Reformation

Alles begann mit der Veröffentlichung von Luthers Thesen im Jahre 1517, die in der kirchlichen Welt für Unruhe sorgten. In Rom wurde ein Ketzerprozess gegen ihn eingeleitet, aber er war nicht bereit, seine Thesen zu widerrufen. 1521 war Martin Luther derart in Bedrängnis geraten, dass er sich unter falschem Namen auf der Wartburg in Eisenach verstecken musste. Als “Junker Jörg” übersetzte er das Neue Testament in nur elf Wochen.

Luther-Gedenkstätten

Im Weimar gibt es viel, das an Martin Luther erinnert. Er predigte in der Stadtkirche St. Peter & Paul, damals die Herderkirche. Aus der lutherischen Zeit stammen der Taufstein und einige Kelche. Der Flügelaltar, von Lucas Cranach begonnen und von seinem Sohn vollendet, zeigt unter anderem Martin Luther mit aufgeschlagener Bibel.

Im Stadtschloss mit der Cranach-Galerie befindet sich ein Porträt Luthers als Junker Jörg. Der Reformator predigte in der Schlosskirche, die später bei einem Brand vernichtet wurde. Oft besuchte er das Franziskanerkloster, jetzt “Am Palais”, mit der nur noch teilweise erhaltenen Klosterkirche. Eine prachtvolle Lutherbibel befindet sich in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.