Eine Chronik der kurzen Weimarer Republik:

1918 – 1919

Kaiser Wilhelm II. dankt im November 1918 ab, der neue Reichskanzler wird der Sozialdemokrat Friedrich Ebert, sein Parteifreund Philipp Scheidemann ruft auf dem Balkon des Reichstages die Republik aus. Im Januar wird eine neue Nationalversammlung gewählt, die im Februar in Weimar erstmals zusammentritt und Ebert zum Reichspräsidenten wählt.

Im Laufe des gleichen Jahres wird der Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Alliierten im Spiegelsaal des Versailler Schlosses geschlossen. Damit muss Deutschland etwa 15 Prozent seines Staatsgebietes abgeben. Im Juli verabschiedet die Nationalversammlung in Weimar die Verfassung der neuen Republik, die kurz darauf in Kraft tritt.

1920 – 1922

Es gibt immer wieder Gewalttaten, die vor allem aus dem rechtsradikalen Lager initiiert werden. Im März 1920 kommt es zu dem Kapp-Putsch durch Teile der Armee und rechtsradikale Politiker, der aber nach wenigen Tagen in sich zusammenbricht. Im August des Folgejahres wird der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger durch Rechtsradikale ermordet. Ein Jahr später wird Außenminister Walther Rathenau erschossen. Als Reaktion darauf wird das Republikschutzgesetz verabschiedet, das schwere Strafen für Verbrechen gegen die Republik vorsieht.

1923 – 1925

Anfang des Jahres wird das Rheinland durch französische Truppen besetzt, da Deutschland seinen Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg nicht ausreichend nachkommt. Im gleichen Jahr marschiert Adolf Hitler mit Unterstützern zur Feldherrenhalle in München, im Namen der “nationalen Revolution”. Der Aufstand wird niedergeschlagen und Hitler wird zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Er wird aber bereits nach einem halben Jahr vorzeitig entlassen.

Hindenburg wird 1925 Nachfolger des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert.

1929 – 1933

Die Weltwirtschaftskrise beginnt und Heinrich Brüning wird Reichskanzler. Das Parlament wird schrittweise ausgeschaltet. 1930 kommt die NSDAP auf einen Anteil von 18,3 Prozent bei der Reichstagswahl. Die Zahl der Arbeitslosen steigt auf über sechs Millionen an und Hindenburg wird als Reichspräsident wiedergewählt. Der Preußenschlag ist ein entscheidender Schritt in Richtung Zentralisierung der Macht.

1932 wird die NSDAP stärkste Partei im Reichstag.

Im Januar 1933 ernennt Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler, das Ende der Weimarer Republik.