Schäfer, Schafherden und Hütehunde

Trotz der hohen Temperaturen aufgrund der Hitzewelle in Deutschland fand jetzt Thüringens Schäfertag in Hohenfelden im Weimarer Land statt.

Landesmeisterschaft

Die Besucher ließen sich nicht abschrecken und kamen in großer Anzahl am Wochenende zu den Landesmeisterschaften der Schäfer. Die Aufgabe in diesem Jahr war es, eine fremde Schafherde mit Hilfe ihrer Hütehunde aus einem Pferch zu treiben und über eine Brücke zu dirigieren. In die Bewertung fließt ein, wie die Herde letztlich über das Gelände kommt und wie gut die Zusammenarbeit zwischen dem Schäfer und seinen Hunden klappt. Auf dem Schäfertag traten vier Regionalsieger gegeneinander an. Den Titel konnte auch in diesem Jahr Klaus-Dieter Knall aus Jena erringen. Laut Schafzüchterverband sind Temperaturen um 30 Grad schwierige Bedingungen, die die Tiere aber relativ gut verkraften können.

Weniger Schafe in Thüringen

In Thüringen gibt es noch etwas mehr als 100 Schäfer im Haupterwerb. Nachfolger lassen sich meist schwer finden, das Einkommen ist gering und man muss auch an Wochenenden und Feiertagen arbeiten. Daher geht die Schafhaltung deutschlandweit und in Thüringen weiter zurück, obwohl sie der Form, wie die Verbraucher sich die Tierhaltung in der Landwirtschaft wünschen, am nächsten kommt.

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Bestand an Mutterschafen fast halbiert, inzwischen sind es weniger als 100.000 Tiere. Die Landesanstalt für Landwirtschaft möchte den Abwärtstrend stoppen. Über einen finanziellen Ausgleich für Schäfer wird nachgedacht, gemessen an der Anzahl der Tiere. Die Erlöse aus dem Verkauf von Tieren und Wolle decken kaum die steigenden Kosten für die Schafhalter. Und fast zwei Drittel der Einnahmen stammen heute schon aus Fördermitteln für die Landschaftspflege, dennoch haben Betriebe mit Schafhaltung mit das niedrigste Einkommen, wenn man landwirtschaftliche Betriebe vergleicht.

Bei der Vermarktung lebender Tiere erhält ein Schafhalter weniger als drei Euro pro Kilogramm. Der beste Absatz für Lammfleisch ist in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, dann werden auch die besten Preise erzielt. Aber auch in den Sommermonaten ist die Nachfrage nicht schlecht, wenn die Verbraucher Grillgut einkaufen.

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