Die Historischen Geraer Höhler

Haben Sie schon die Höhler in Gera besichtigt? Falls nicht, dann sollten Sie das unbedingt nachholen. Unter fast allen Häusern der Altstadt gibt es künstlich angelegte Hohlräume, die miteinander verbunden sind.

Professionelle Baumeister

Im Raum Gera wurde seit dem Mittelalter Bergbau betrieben, allerdings waren die Silber- und Kupferminen schon im 17. Jahrhundert ausgebeutet. Die somit arbeitslos gewordenen Bergleute hatten mit dem Bau der Höhler eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Durch die Fachleute im Bergbau wurde ein professionell angelegtes Stollensystem errichtet. Die Hohlräume liegen meist zwischen fünf und acht Metern unter der Erde, teilweise auch bis zu zehn Meter. An manchen Stellen gibt es auch zwei übereinanderliegende Sohlen. Es handelt sich um eine Art Tiefenkeller unter den Wirtschaftskellern der Häuser. Die Gesamtlänge des Systems beträgt etwa neun Kilometer.

Verwendungszweck

Warum investierten die Geraer Aufwand in ein künstlich angelegtes Höhlensystem? Die Frage ist schnell beantwortet, dort wurde Bier gelagert! In vielen Städten Mitteldeutschlands gab es ein Bierbrauprivileg. Auch in Gera waren alle Hausbesitzer berechtigt, Bier selbst zu brauen oder brauen zu lassen. Die vorhandenen Keller unter den Häusern boten keine guten Bedingungen. Die Häuser in der Altstadt waren schmal, auch die Keller waren nicht groß und kühl genug, um das Bier optimal zu lagern. Ab dem 16. Jahrhundert begann man, Keller unter den Kellern zu bauen, die sich besser für die Bierlagerung eigneten. Die meisten Höhler wurden aber vor allem im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Es gibt auch in anderen Städten wie beispielsweise Altenburg unterirdische Stollen zur Bierlagerung, aber nur in Gera wird die Bezeichnung “Höhler” verwendet.

Touristische Attraktion

Nach einer Vermessung durch die Bergsicherung wurden zehn Höhler auf einer Länge von 250 Metern zu den heute bekannten “Historischen Geraer Höhlern” ausgebaut. Eine Besichtigung ist im Rahmen von Führungen möglich. Die Besucher erhalten viele Hintergrundinformationen zu dem unterirdischen Labyrinth. Der Eingang zu den Historischen Geraer Höhlern befindet sich an der Rückseite des Museums für Naturkunde.

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